Ulrike Witzmann in Spanien

Ulrike Witzmann, seit 2012 Absolventin der Wirtschaftsinformatik, berichtet
über ihre Erfahrungen beim Auslandsstudium in Spanien:

 

Bereits zu Beginn meines Studiums stand für mich fest, dass ich zumindest ein Semester im Ausland verbringen wollte. Neben der Möglichkeit, meinen fachlichen Horizont durch Kurse an einer ausländischen Uni zu erweitern, standen für mich vor allem die persönlichen und sozialen Erfahrungen im Vordergrund, die ein solcher Auslandsaufenthalt mit sich bringt. So stand ich schließlich nur mehr vor der Wahl der Destination und entschied mich für die mir bis dahin eher unbekannte Stadt Sevilla in Südspanien.
 
 
 

Sevilla ist mit seinen über 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens und zugleich auch die Hauptstadt von Andalusien. Die Stadt ist geprägt von Traditionen und dem richtig südspanischen Flair, das meiner Meinung nach nirgends tagtäglich so ausgeprägt gelebt wird. Sevilla hat mich so bereits vom ersten Tag an bezaubert und bewirkte, dass ich mich sofort wie zu Hause gefühlt habe; dies hat sich auch bis zu meiner Abreise nicht verändert. Die wunderschöne Stadt und die freundliche und hilfsbereite Art der Sevillanos, die Einwohner der Stadt, machen es einem  möglich sich sehr schnell zu integrieren. Man sollte auf alle Fälle offen sein für die stressfreie Lebensweise und die Traditionen, die sehr wichtig für die Menschen dort sind.  

 

Die „Universidad de Sevilla“ ist neben der Pablo de Olavide Universität die Hauptuniversität in Sevilla und umfasst sämtliche nur erdenklichen Studienrichtungen. Dies spiegelt sich auch in den rund 70.000 Studenten wieder, wovon ca. 10% AustauschstudentInnen sind. Man spürt dieses große interkulturelle Umfeld auch sofort, wenn man in der Stadt ankommt. StudentInnen haben hier die Möglichkeit, Kulturen aus aller Welt kennenzulernen.

 

 

Was meine Sprachkenntnisse betrifft, waren diese zu Beginn meines Aufenthalts eher dürftig, was sich jedoch sehr schnell durch diverse Sprachkurse und vor allem die Tatsache, dass sämtliche Kurse nur in spanischer Sprache abgehalten werden, verbesserte. Eine kleine Hürde stellt lediglich zu Beginn der typisch andalusische Akzent dar, der in Sevilla gesprochen wird, das so genannte „andaluz“. Die Leute sprechen sehr schnell und verschlucken einzelne Buchstaben. Jedoch gewöhnt man sich irgendwann daran und man spricht zum Teil auch schon in diesem Akzent. Ein Sevillano hat mir gleich zu Beginn den Grund für diese schnell Sprechweise erklärt: „Die Menschen hier in Sevilla sprechen so schnell, da sie dadurch mehr Zeit für andere schöne Dinge im Leben haben und die Möglichkeit haben, mit Freunde und Familie noch mehr zu kommunizieren.“ Wenn man so eine schöne Ausrede für seinen Akzent hat, dann kann man sogar fast darüber hinwegsehen, dass man des Öfteren einfach nur Bahnhof versteht.

 

Auch im Nachhinein betrachtet war dieses Auslandssemester definitiv die richtige Entscheidung und ich konnte in vielerlei Hinsichten, sowohl fachlich als auch persönlich, sehr viel lernen und für mich mitnehmen. Ich hatte die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen, dabei auf mich selbst gestellt zu sein und täglich immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert zu werden.

 

Ulrike Witzmann